Hersteller aufgepasst: Multimedia-Player nach meinem Wunsch.

Also entweder habe ich nicht richtig gesucht oder meine Vorstellung einer perfekten audio-visuellen Vernetzung in den eigenen vier Wänden ist schwieriger als Menschen zum Mond zu schicken. Vielleicht hilft ja dieser Blog-Beitrag eine Lösung für mich zu finden. Also…um was geht’s?!

Erstmals hatte ich mit dem Kauf eines Blu-Ray Players (LG BX 580) den Grundstein in Richtung „totale Vernetzung“ gelegt. Er besitzt ein Wifi Modul und konnte somit Content von Youtube (wenn auch leider nur in Standard Definition, also SD) wiedergeben und via DLNA auf Inhalte in meinem Wlan-Netz zugreifen. An sich schon alles ziemlich stark.

Um bei der DNLA Nutzung nicht ständig meinen Rechner anhaben zu müssen, kaufte ich mir ein 2 TB NAS (Western Digital My Book II World Edition), welches ich direkt an meinen Wlan-Router anschließen konnte. Der/die/das NAS (wie auch immer?!) nutzte ich fortan als BackUp-Lösung und um über den Blu-Ray Player mal flott Videos, Musik oder Bilder abzuspielen. Videos und Musik liefen ohne Probleme, auch wenn die Nutzeroberfläche nicht sonderlich schick aussieht bzw. usability-unfreundlich gestaltet ist. Was mich allerdings enorm gestört hat, war der Zustand, dass der Player nur Bilder unter 4 MB wiedergeben konnte. Mittlerweile sprengt fast jedes Ramsch-Smartphone diese Dateigröße, von digitalen Spiegelreflexkameras ganz zu schweigen.

Das Darstellungsproblem bei Bildern, als auch die unbequeme Bedienung über die Blu-Ray Fernbedienung ließen den folgenden Wunsch in mir aufkommen: Ich brauche einen Multimedia-Player, der die gängigsten Audio-, Bild- und Videoformate wiedergibt, die ich auf meinem NAS oder online (z.B. Youtube, Vimeo, Dropbox etc.) abgelegt habe. Obwohl ich keine Wurstfinger habe, möchte ich nicht die mitgelieferte Fernbedienung nutzen, sondern mit meinem Tablet oder Smartphone die verbundenen Inhalte durchstöbern können. Bin ich fündig geworden, drücke ich auf Play, die Kiste rödelt los und gibt die Inhalte auf meinem Fernseher wieder. Klingt doch nach keinem Hexenwerk, oder?

Apple TV habe ich grundsätzlich mal ausgeschlossen, da mir das System zu restriktiv daherkommt. Ich möchte mir ungern von einem Elektronikhersteller sagen lassen, welche Formate ich zu nutzen habe. Außerdem ist, soweit ich weiß, die Integration eines NAS bei Apple TV nicht möglich.

Die Boxee Box hatte ich für 30 Tage bereits zu Hause. An sich war ich davon auch begeistert, jedoch habe ich auch dort die Bedienbarkeit via Tablet bzw. Smartphone vermisst. Nur wenn ich ständig meinen Rechner eingeschaltet hätte, hätte man wohl auch via App auf Tablet oder Smartphone navigieren können. War für mich aber von Anfang an ein Ausschlusskriterium, schließlich habe ich mir gerade aus diesem Grund ein NAS geholt – der Rechner sollte ausbleiben! Somit blieb mir nur die Nutzung der mitgelieferten Fernbedienung oder eine Retoure. Letztendlich habe ich mich schweren Herzens von der sympathischen Boxee Box (und den drolligen Icons) getrennt und sie wieder zurückgeschickt.

Aber immerhin, die Boxee Box kam meiner Wunschvorstellung jedenfalls schon sehr nahe. Vor allem die Vielzahl an Apps war klasse und die Integration der sozialen Netzwerke (wie z.B. Facebook und Twitter) war sehr praktisch. So konnte ich mir die geposteten Videos meiner Freunde bequem auf meinem Fernseher anschauen oder eigene Videofundstücke von Youtube direkt sharen. Auch das Problem mit der 4 MB Grenze bei Bildern gehörte der Vergangenheit an.

Die Jungs von Mobiflip haben letztens ja einen ganz interessanten Artikel über den Streaming-Mediaplayer „Nexus Q“ veröffentlicht. Der Content lässt sich hier zwar auch via App auswählen und wiedergeben, allerdings ging nicht draus hervor, ob das auch für lokale Inhalte gilt oder man erst alles zu Google hochladen muss. Wäre für mich dann auch schon wieder ein Ausschlusskriterium.

Also, jemand einen sachdienlichen Hinweis für mich?

Vielen Dank!

4 Kommentare

  1. Ridcully sagt:

    Apple TV mit Jailbreak und XBMC sollte eigentlich alles können was du willst

    • Andy sagt:

      Vielen Dank für den Tipp, ich meine davon auch schon mal gehört zu haben. Ich frage mich allerdings, warum es keinen Hersteller gibt, der das fix und fertig anbietet – also ohne Jailbreak.

  2. Mario sagt:

    Ein kleiner Tipp meinerseits: mein Mitbewohner hat einen aktuellen Samsung TV mit dem ganzen „Smart TV“-Krams. Inklusive TagesschauApp, YoutTubeApp und DLNA respektive UPnP-AV. NAS‘ haben wir auch zwei in der WG (Netgear und Synology), beide mit UPnP-AV-Server und auch iTunes-Server, welche somit ein AppleTV beliefern können sollten, werden aber nicht genutzt. Jedenfalls sieht der UPnP-AV-Standard neben dem Server und Client (auch Media Renderer genannt) noch eine dritte Gerätekategoerie vor: Controller. Diese gibt es zB in Form von Android-Apps. Ich nutze „BubbleUPnP“, damit kann ich eine Quelle wählen (lokal oder Server) und ein Ziel – eben den erwähnten Samsung-TV. Möglich ist aber jeder Client, vielleicht auch dein BD-Player oder BoxeeBox, kann ich nicht genau einschätzen. Jedenfalls durchsuche ich dann mit der App die Medienbibliothek, wähle ein Video aus und mit kaum merklicher Verzörgerung wird das Video auf dem TV abgespielt. Spulen und Lautstärke regeln inklusive. Finde ich sehr komfortabel. Eine Liste von UPnP-Hard- und Software findet man übrigens in der englischsprachigen Wikipedia (http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_UPnP_AV_media_servers_and_clients)

    Was ich momentan noch versuche: mein MacBook als Media Renderer zu nutzen. Gibt nur scheinbar leider keine freie Software außer „Cling“ und die benötigt Gstreamer, eine Linux-Bibliothek für Videostreams. Habe sie mit MacPorts auf meinen Mac gebracht, aber leider zeigt das Bild Fehlfarben und es ist sehr langsam, rucklig und instabil… naja, offene Standards und Apple sind halt eine Sache für sich ;-) Wenn aber jemand einen Tipp hat, immer her damit.

    Mit dem TV jedenfalls funktioniert alles wunderbar und er unterstützt auch praktisch alle Formate.
    Und noch ein Tipp für Bastler: XBMC und OpenELEC laufen wohl auf dem RaspberryPi sehr gut – ein ARM-basierter MiniPC im Scheckkartenformat für 35$. Ich warte noch auf meinen…

    • Andy sagt:

      Hey Mario, vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Werde mir die Möglichkeiten mal genauer anschauen. Allerdings auch hier die Frage, warum es keinen Hersteller gibt, der das klar und deutlich und vor allem „von Haus aus“ mitbringt.

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